Mehrwertsteuer trotz Mieterlass?

 Palma de Mallorca, 18. September 2020

Mehrwertsteuer trotz Mieterlass?

Was Lokalbesitzer hinsichtlich der IVA-Versteuerung während des Ausnahmezustandes wissen sollten.

Die Frage, die wir uns heute stellen, lautet: Muss ein Vermieter von Geschäftslokalen für die von ihm während des Alarmzustandes erlassene Miete dennoch deren Mehrwertsteuer zahlen? Eine Bitte: Bevor Sie sich möglichweise über die nächste Antwort aufregen, lesen Sie den Artikel bitte ganz bis zum Ende. 

Man muss nämlich zwischen zwei unterschiedlichen Fällen unterscheiden:

Vollständiger Erlass der Miete

Grundsätzlich können Vermieter – aus welchem Grund auch immer – dem Mieter seine Mietschuld erlassen. Die Mehrwertsteuer muss er in diesem Fall auch für den Zeitraum der erlassenen Mieteinnahmen bezahlen. Das ist europaweit so festgelegt. Grund: Der Vermieter „schenkt“ dem Mieter die Mietbeträge, muss für dessen Mehrwertsteuer aber selbst aufkommen. 

Eine Ausnahme dieser Mehrwertsteuerpflicht stellen nach Ermessen der europäischen Richtlinie 2006/112/EG des Europarates vom 28. November 2006 sowie eines Urteils des Gerichtshofes der Europäischen Union, Urteil C-193/91, Mohsche, besondere Umstände wie im vergangenen Frühjahr dar, als die spanische Regierung den Alarmzustand aufgrund der Ausbreitung des Covid-19-Virus ausrief. Der Alarmzustand hatte die Schließung aller Geschäftslokale zur Folge, so dass der Mieter der Lokale auch keinerlei wirtschaftlicher Tätigkeiten nachgehen konnte. Wird dem Mieter in dieser Situation also die Miete erlassen, muss der Vermieter auch für diese erlassenen Zahlungen bzw. Einnahmen keine Mehrwertsteuer zahlen.

Teilweiser Erlass der Miete

Handelt es sich um einen teilweisen Erlass der Miete, so werden zwei vorübergehende Situationen unterschieden:

Diejenige, die vor oder gleichzeitig mit der Zahlung des Pachtzinses durchgeführt wurde: Es ist davon auszugehen, dass der Pachtzins um den vereinbarten Betrag gekürzt wurde und daher nur die Mehrwertsteuer für den vereinbarten Betrag und nicht für den Gesamtbetrag gezahlt werden sollte.

Wenn die Reduzierung der Miete nach der Zahlung vereinbart wurde, da die Gespräche länger als erwartet dauerten, oder weil beide Parteien erst nach Fälligkeit der Zahlung zu einer Einigung kamen. Auch in diesem Fall sind die Regeln flexibel und besagen, dass die Rechnungen mit den entsprechenden Änderungen korrigiert werden müssen. Gleiches gilt für die Angaben in bereits eingereichten Steuererklärungen. Auch sie müssen korrigiert und vor den spanischen Steuerbehörden als wahrheitsgemäß nachgewiesen werden.

Wichtig: Vermieter von Geschäftslokalen sollten stets auf eine adäquate Steuerberatung mit profundem Fachwissen zurückgreifen, um nicht womöglich die Mehrwertsteuer für eine nicht erbrachte Leistung zahlen zu müssen. 

Omnia Consulting

C/ Sant Miquel, 46 esc. dcha, 2º piso, despacho 10-A y 10-B

E-07002 Palma de Mallorca

Tel. 0034 971 288 442

Fax 0034 971 282 924

info@omnia-consulting.com

www.omnia-consulting.com

Dieser Bericht beinhaltet grundlegende Information, ist als allgemein zu betrachten und stellt auf keine Weise eine Rechtsberatung dar. Alle Rechte sind vorbehalten. Es ist verboten die Nutzung, Vervielfältigung, Verbreitung, Veröffentlichung und Kommunikation und Transformation ganz und/oder teilweise dieses Artikels, ohne schriftlicher Genehmigung von OMNIA CONSULTING MALLORCA, S.L.U.

Comentarios

Entradas populares de este blog

Urteil: "Plusvalia"-Steuer nicht rechtens

Annullierung von Hochzeiten durch Covid-19: Was geschieht mit den vertraglich vereinbarten Leistungen?

Unternehmen können ab 1. Juli alle Daten einsehen, die das Finanzministerium über sie hat.